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Rattenbekämpfung in der Landwirtschaft: Warum wir nach der akuten Bekämpfung einen Schritt weitergehen

  • Tim Szemjonneck
  • vor 6 Tagen
  • 5 Min. Lesezeit

Eine Case Study der PGS PestGuard Solutions GmbH


Was passiert, wenn man bei einem Rattenbefall nicht bei der Bekämpfung aufhört?

Genau vor dieser Frage standen wir bei einem landwirtschaftlichen Betrieb in Norddeutschland.

Auf dem Betrieb waren Rattenaktivitäten festgestellt worden. Der erste Schritt war eindeutig: Der vorhandene Befall musste fachgerecht und gezielt bekämpft werden.

Damit war für uns die Arbeit aber noch nicht beendet.

Denn nach einer erfolgreichen Bekämpfung stellt sich die eigentlich entscheidende Frage:

Wie verhindern wir, dass wir in einigen Monaten wieder vor demselben Problem stehen?

Unsere Antwort darauf lautet nicht: mehr Köderstationen, mehr Rodentizid oder kürzere Kontrollintervalle.

Unsere Antwort lautet:

Wir müssen früher wissen, was auf dem Betrieb passiert.


Vom akuten Befall zur Prävention: Digitales Monitoring unterstützt die langfristige Überwachung von Schadnagern.
Vom akuten Befall zur Prävention: Digitales Monitoring unterstützt die langfristige Überwachung von Schadnagern.


Die Ausgangssituation

Landwirtschaftliche Betriebe stellen besondere Anforderungen an ein professionelles Nager-Management.

Futtermittel, Getreide, Stallungen, Lagerbereiche, Wirtschaftsgebäude und zahlreiche Übergänge zwischen Innen- und Außenbereichen können für Ratten und Mäuse attraktive Bedingungen schaffen.

Hinzu kommen häufig große und komplexe Gebäudestrukturen.

Ein Nagerbefall kann dabei unterschiedliche Folgen haben:

  • Verunreinigung von Futter und Lagerbeständen

  • Fraßschäden

  • Beschädigung von Kabeln und technischen Einrichtungen

  • Schäden an Dämmungen und Gebäudeteilen

  • hygienische Risiken

  • mögliche Verschleppung von Kontaminationen innerhalb des Betriebes

Deshalb reicht es aus unserer Sicht nicht aus, nur die Tiere zu bekämpfen, die heute vorhanden sind.

Wir müssen verstehen, woher sie kommen, wo sie sich bewegen und welche Bedingungen einen Befall begünstigen.


Schritt 1: Der akute Befall muss zunächst unter Kontrolle

Bei einem festgestellten Befall kann der gezielte Einsatz zugelassener Rodentizide weiterhin ein wichtiges Werkzeug der professionellen Schädlingsbekämpfung sein.

Auch in diesem Fall stand deshalb zunächst die akute Bekämpfung im Vordergrund.

Dabei betrachten wir aber bereits mehr als nur die Köderannahme.

Wo befinden sich Laufwege?

Wo liegen mögliche Eintrittsstellen?

Wo finden die Tiere Nahrung und Wasser?

Welche Bereiche bieten Deckung oder Rückzugsmöglichkeiten?

Und gibt es bauliche oder organisatorische Faktoren, die einen erneuten Befall begünstigen?

Diese Informationen bilden die Grundlage für den nächsten Schritt.

Typischer Risikobereich für Schadnager: Futter-, Lager- und Wirtschaftsbereiche erfordern eine systematische Überwachung.
Typischer Risikobereich für Schadnager: Futter-, Lager- und Wirtschaftsbereiche erfordern eine systematische Überwachung.

Schritt 2: Von der Bekämpfung zum Monitoring

Nach der akuten Bekämpfung möchten wir den Betrieb nicht einfach mit einigen dauerhaft aufgestellten Giftködern zurücklassen.

Stattdessen entwickeln wir gemeinsam ein langfristiges Monitoring- und Präventionskonzept.

Für diesen Betrieb planen wir deshalb ein digitales System mit insgesamt rund 60 Monitoringpunkten:

30 für Mäuse und 30 für Ratten.

Die digitalen Monitoringstationen ermöglichen es, tatsächliche Aktivitäten zu erfassen und auszuwerten.

Und genau hier verändert sich die klassische Arbeitsweise.


Die Schwäche der klassischen Kontrolle: Wir sehen immer nur einen Zeitpunkt


Bei einer herkömmlichen Kontrollstation erfahren wir während der turnusmäßigen Kontrolle, was seit dem letzten Besuch passiert ist.

Das ist wichtig – aber letztlich eine Momentaufnahme.

Ein digitales Monitoringsystem kann dagegen wesentlich früher Hinweise auf Nageraktivitäten liefern.

Dadurch verändert sich die entscheidende Frage.

Nicht mehr:

„Wo sollten wir vorsorglich Rodentizide auslegen?“

Sondern:

„Wo findet tatsächlich Nageraktivität statt – und warum genau dort?“

Das ist ein wesentlicher Unterschied.


Ein rechtlicher Wandel verstärkt diese Entwicklung

Auch regulatorisch verändert sich die Nagerbekämpfung.

Die sogenannte befallsunabhängige Dauerbeköderung (BuD) ermöglichte unter engen Voraussetzungen bislang den dauerhaften Einsatz bestimmter antikoagulanter Rodentizide auch ohne zuvor festgestellten Befall.

Diese Ausnahmeregelung läuft aus.

Ab dem 1. Juli 2026 werden in Deutschland keine Rodentizide mehr für diese Anwendung zugelassen. Nach Ablauf der vorgesehenen Abverkaufs- und Aufbrauchfristen dürfen Rodentizide grundsätzlich nur noch eingesetzt werden, wenn zuvor tatsächlich ein entsprechender Befall festgestellt wurde.

Das bedeutet ausdrücklich nicht das Ende der Rodentizidbekämpfung.

Bei einem festgestellten Befall bleiben Rodentizide ein wichtiges Instrument der professionellen Schädlingsbekämpfung.

Was sich verändert, ist der präventive Umgang mit diesen Wirkstoffen.

Und genau deshalb werden zuverlässige Befallsermittlung, Monitoring und Dokumentation zukünftig noch wichtiger.


Monitoring statt prophylaktischem Gift

Für uns ist diese Entwicklung nicht nur eine regulatorische Herausforderung.

Sie bietet auch eine Chance.

Denn eigentlich sollte die Frage nie lauten:

„Wie können wir dauerhaft Gift auslegen?“

Sondern:

„Wie können wir einen Befall möglichst früh erkennen?“

Wenn digitale Systeme dabei helfen, Nageraktivitäten früher festzustellen, können Bekämpfungsmaßnahmen gezielter eingeleitet werden.

Rodentizide werden dadurch nicht grundsätzlich ersetzt.

Aber ihr Einsatz kann sich stärker auf das konzentrieren, wofür sie tatsächlich benötigt werden:

die Bekämpfung eines vorhandenen Befalls.


Technik allein verhindert allerdings keinen Befall

Das ist uns besonders wichtig.

60 digitale Monitoringstationen machen aus einem schlechten Nager-Management noch kein gutes.

Deshalb beginnt Prävention für die PGS PestGuard Solutions GmbH nicht mit einem Sensor.

Sie beginnt mit der Frage:

Warum sind die Nager überhaupt hier?

Wir betrachten deshalb unter anderem:

  • Futter- und Wasserquellen

  • mögliche Zugangswege

  • Türen, Tore und Durchführungen

  • bauliche Schwachstellen

  • Lagerbereiche

  • Vegetation im unmittelbaren Gebäudeumfeld

  • Unterschlupf- und Rückzugsmöglichkeiten

  • Abfallmanagement

  • bisherige Befallsschwerpunkte

Erst die Kombination aus Objektkenntnis, Prävention, digitalem Monitoring und gezielter Bekämpfung ergibt ein funktionierendes Gesamtkonzept.


Aus einzelnen Meldungen werden mit der Zeit Daten

Genau hier sehen wir einen weiteren Vorteil.

Eine einzelne Meldung sagt zunächst nur:

Hier war Aktivität.

Viele Meldungen über Wochen und Monate können dagegen ein Muster ergeben.

Wir können beispielsweise erkennen:

  • welche Gebäudebereiche besonders häufig betroffen sind

  • zu welchen Zeiten Aktivitäten auftreten

  • ob sich bestimmte Eintrittsbereiche herauskristallisieren

  • ob Präventionsmaßnahmen Wirkung zeigen

  • ob sich der Befallsdruck saisonal verändert

  • wie häufig tatsächlich eine Bekämpfungsmaßnahme notwendig wird

Aus einer Schädlingskontrolle entsteht damit Schritt für Schritt ein datenbasiertes Nager-Management.


Die eigentliche Case Study beginnt jetzt

Und genau deshalb möchten wir an dieser Stelle noch kein perfektes Ergebnis präsentieren.

Das Projekt läuft.

Wir möchten in den kommenden Monaten beobachten und dokumentieren, wie sich das System unter realen Bedingungen auf einem landwirtschaftlichen Betrieb bewährt.

Besonders interessieren uns dabei vier Fragen:

1. Wie schnell erkennen wir neue Nageraktivitäten?

2. Welche Bereiche des Betriebes entwickeln sich tatsächlich zu wiederkehrenden Hotspots?

3. Können wir durch die gewonnenen Daten Bekämpfungsmaßnahmen gezielter einsetzen?

4. Wie entwickelt sich der notwendige Rodentizideinsatz über einen längeren Zeitraum?

Diese Daten werden für uns wesentlich interessanter sein als jede theoretische Aussage über digitales Monitoring.


Rattenkontrollstation im landwirtschaftlichen Betrieb – gezieltes Monitoring als Grundlage einer bedarfsgerechten Rattenbekämpfung.
Rattenkontrollstation im landwirtschaftlichen Betrieb – gezieltes Monitoring als Grundlage einer bedarfsgerechten Rattenbekämpfung.

Unser Ziel: nicht mehr bekämpfen – sondern früher handeln


Für uns zeigt dieser Fall bereits jetzt, wohin sich moderne Schädlingsbekämpfung entwickeln kann.

Akuter Befall

gezielte Bekämpfung

Ursachenanalyse

digitales Monitoring

Datenauswertung

Prävention und gezielte Maßnahmen

Das bedeutet nicht, dass klassische Bekämpfungsverfahren verschwinden.

Es bedeutet, dass wir sie intelligenter einsetzen können.

Weniger Vermutung. Mehr Daten.

Weniger prophylaktischer Wirkstoffeinsatz. Mehr gezielte Maßnahmen.

Weniger reine Reaktion. Mehr Prävention.

Genau darin sehen wir die Zukunft eines modernen Pest Managements in der Landwirtschaft.


Fortsetzung folgt

Diese Case Study ist bewusst noch nicht abgeschlossen.

Wir werden die Entwicklung des Projektes weiter begleiten und zu einem späteren Zeitpunkt darüber berichten, welche Erkenntnisse das digitale Monitoring tatsächlich geliefert hat.

Dann möchten wir nicht nur darüber sprechen, dass digitale Systeme funktionieren können, sondern anhand realer Daten zeigen, welchen praktischen und wirtschaftlichen Nutzen sie für einen landwirtschaftlichen Betrieb haben.

Denn am Ende entscheidet nicht die Anzahl der Sensoren über die Qualität eines Pest-Management-Systems.


Entscheidend ist, was wir aus den gewonnenen Informationen machen.


PGS PestGuard Solutions GmbH

Risiken erkennen. Werte schützen. Sicherheit schaffen.

 
 
 

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