Holzwurm in Museen erkennen und bewerten
„Holzwurm“ bezeichnet umgangssprachlich holzzerstörende Larven, häufig die des Gemeinen Nagekäfers (Anobium punctatum). Der erwachsene Käfer ist meist 3–5 mm lang, braun und besitzt einen kapuzenartig vorgewölbten Halsschild sowie Punktreihen auf den Flügeldecken. Die Larvenentwicklung im Holz kann mehrere Jahre dauern. Nadel- und Laubholz können betroffen sein; Holzfeuchte und Raumklima sind wichtige Entwicklungsfaktoren.
Befallszeichen richtig einordnen
Typisch sind runde Ausfluglöcher von etwa 1–2 mm. Alte Löcher beweisen keinen aktiven Befall. Bohrmehl muss ebenfalls eingeordnet werden: Erschütterungen und andere holzbewohnende Insekten können es aus vorhandenen Gängen lösen. Wiederholte Kontrollen, Fundtiere und neue Schäden liefern gemeinsam bessere Hinweise. Objekt, Fundstelle und Zeitpunkt dokumentieren; Proben schonend und nach konservatorischer Abstimmung sichern.
Das Foto zeigt den erwachsenen Gemeinen Nagekäfer (Anobium punctatum), kein Schadbild. Foto: Siga, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0.


Sammlungsobjekte schützen
Verdächtige Objekte nach konservatorischer Abstimmung getrennt stellen, Neuzugänge kontrollieren, Raumklima und Holzfeuchte fachlich bewerten. Keine eigenständige Behandlung empfindlicher Exponate mit Spray, Hitze oder Kälte.
IPM für Museen und Depots
PGS unterstützt Befallsanalyse, Monitoring, Prävention und nachvollziehbare Dokumentation. Eine Stickstoffbehandlung wird erst nach Artbestimmung und Prüfung der Objekt- und Verfahrensbedingungen geplant. Maßgeblich sind unter anderem Entwicklungsstadium, Restsauerstoff, Temperatur, Feuchte und Einwirkzeit. Eine pauschale Unbedenklichkeits- oder Wirksamkeitszusage ist ungeeignet. Sammlungsverantwortliche und Restaurierung werden einbezogen.
IPM im Museum: Stickstoff, Materialverträglichkeit und Prozesskontrolle
Sind alte Löcher ein sicherer Befallsnachweis?
Nein, Aktivität muss geprüft werden.
Welche Behandlung ist geeignet?
Das hängt von Schädlingsart, Objektmaterial und konservatorischen Anforderungen ab.
Befund fachlich prüfen lassen
Haben Sie Fraßspuren oder Käfer in Ihrer Sammlung entdeckt? Wir unterstützen Sie bei der fachlichen Einordnung und der Planung konservatorisch verträglicher Maßnahmen.

