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Schädlingslexikon für Betriebe und Sammlungen

Das Lexikon hilft, Schädlingsarten, typische Spuren, gefährdete Materialien und sinnvolle nächste Schritte einzuordnen; eine sichere Bewertung erfordert Artbestimmung und Befallsanalyse.

Strukturiertes Wissen für die Lebensmittelwirtschaft, Landwirtschaft und Industrie zur Sicherung von Produktionsketten.

Gezielte Identifikation von Risiken für Museen, Archive und historische Sammlungen zum Schutz unwiederbringlicher Unikate.

Fundierte Entscheidungsgrundlage für Lagerumgebungen und Depots in ganz Norddeutschland zur Vermeidung von Materialschäden.

Nager

Rattus norvegicus: Sichtungen, Kot, Nagespuren, Baue und Laufwege werden gemeinsam bewertet. Nahrung, Abfälle und Zugänge begünstigen Befall. Ein einzelner Fund zeigt noch nicht dessen Umfang.

Fachquelle: Umweltbundesamt

  • Kotballen
  • Nagespuren
  • Laufwege (Schmiergänge)

Bewertung nur nach individueller Befallsanalyse

Mus musculus: Nahrung und geschützte Nistplätze ermöglichen Befall in Gebäuden. Kot, Fraßspuren und Nestmaterial gemeinsam beurteilen. Nicht jedes kleine Nagetier ist eine Hausmaus; Artbestimmung geht der Maßnahmenwahl voraus.

Fachquelle: LAVES

  • Spindelförmiger Kot
  • Nestmaterial
  • Uringeruch

Bewertung nur nach individueller Befallsanalyse

Vorrats- und Produkt-Schädlinge

Sitophilus granarius: etwa 2,5–5 mm langer, nicht flugfähiger Rüsselkäfer. Larven entwickeln sich verborgen im Getreidekorn. Ein äußerlich unauffälliges Korn kann befallen sein. In Museen sind Samen und historische Lebensmittelobjekte relevant.

Fachquelle: UBA · Wikipedia

  •  
  • Schlupflöcher im Korn
  •  
  • Ausgehöhlte Körner
  •  
  • Lebende Käfer

Bewertung nur nach individueller Befallsanalyse

Tribolium-Arten sind sekundäre Vorratsschädlinge an Mehl und beschädigtem Getreide. Der Rotbraune Reismehlkäfer hat eine dreigliedrige Fühlerkeule. Verwechslungen mit verwandten Arten und Splintholzkäfern sind möglich.

Fachquelle: JKI · Wikipedia

  •  
  • Käfer und Larven im Produkt
  •  
  • Verunreinigungen
  •  
  • Geruchs- und Farbveränderungen

Bewertung nur nach individueller Befallsanalyse

Getreideplattkäfer

Oryzaephilus surinamensis: 2,5–3,5 mm langer, schmaler Käfer mit je sechs Zähnchen seitlich am Halsschild. Befällt Getreideprodukte und weitere Vorräte. Die Artbestimmung ist wichtiger als unspezifische Wärme- oder Feuchteanzeichen.

Fachquelle: JKI

  • Käfer und Larven in Vorräten
  • Verunreinigungen
  • ​Wärme- und Feuchteherde bei starkem Befall

Bewertung nur nach individueller Befallsanalyse

Plodia interpunctella: Die Larven fressen an trockenen Vorräten und bilden Gespinste. Zur Verpuppung können sie die Nahrungsquelle verlassen. Pheromonfallen unterstützen das Monitoring, ersetzen aber nicht die Suche nach befallenen Produkten.

Fachquelle: AGES · Wikipedia

  • Weiße Gespinste
  • Verpuppungen
  • Fliegende Falter

Bewertung nur nach individueller Befallsanalyse

Holz- und Museumsschädlinge

Brotkäfer

Stegobium paniceum entwickelt sich an unterschiedlichen trockenen Materialien. In Sammlungen sind auch stärkehaltige Verleimungen, Bücher und Herbarien gefährdet. Fundtiere und Material gemeinsam prüfen; nicht jeder kleine braune Käfer ist ein Holzschädling.

Fachquelle · Wikipedia

  • Kleine Bohrlöcher
  • Fraßstaub
  • Einzelne Käfer

Bewertung nur nach individueller Befallsanalyse

Anobium punctatum: 3–5 mm langer brauner Käfer mit kapuzenartigem Halsschild. Die Larven schädigen Holz über mehrere Jahre. Alte Ausfluglöcher allein beweisen keinen aktiven Befall.

Fachquelle · Wikipedia

  • Kreisrunde Löcher
  • Holzmehlhäufchen
  • Strukturschäden

Bewertung nur nach individueller Befallsanalyse

Lyctus-Arten entwickeln sich im stärkehaltigen Splintholz geeigneter Laubhölzer. Auch neue Rahmen und Transportkisten können betroffen sein. Typisch sind feines Bohrmehl und runde Ausfluglöcher; Art und Aktivität müssen bestimmt werden.

Fachquelle · Wikipedia

  • Runde Ausfluglöcher
  • Feines, puderartiges Bohrmehl
  • ​Fraßgänge im Splintholz

Bewertung nur nach individueller Befallsanalyse

Teppichkäfer

Verschiedene Speckkäfer, darunter Anthrenus-Arten: Larven können Wolle, Felle, Federn und Präparate schädigen. Erwachsene Käfer mancher Arten sind Blütenbesucher. Larvenhäute, Fundort und neue Schäden gemeinsam bewerten.

Fachquelle: Umweltbundesamt

  • Lochfraß
  • Pfeilhaare
  • Larvenexuvien

Bewertung nur nach individueller Befallsanalyse

Hygiene- und Materialschädlinge

Blattella germanica: Hellbraune Schabe mit zwei dunklen Längsstreifen auf dem Halsschild. Warme Verstecke nahe Nahrung und Feuchte sind relevant. Von zufällig eingewanderten Waldschaben unterscheiden; bestätigten Befall zeitnah fachlich bewerten.

Fachquelle: UBA · Wikipedia

  • Kotspuren (Pünktchen)
  • Eikapseln
  • Häutungsreste

Bewertung nur nach individueller Befallsanalyse

Kleidermotte

Tineola bisselliella: Die Larven schädigen tierische Fasern, etwa Wolle, Felle und Federn. Sie bauen am Untergrund befestigte Gespinströhren. Tragbare Larvenköcher sind dagegen für die Pelzmotte charakteristisch.

Fachquelle: Museumsschädlinge

  • Unregelmäßiger Fraß

  • Kotkrümel

  • Am Untergrund befestigte Gespinströhren

Bewertung nur nach individueller Befallsanalyse

Spezialisierte Schutzbereiche

Schädlingsmanagement für Museen

Präventiver Schutz für empfindliche Kulturgüter und historische Exponate durch objektschonende IPM-Systeme.

Kornkäfer erkennen

Frühzeitige Identifikation von Befallspuren in Getreidevorräten zur Sicherung Ihrer Produktionsketten.

Holzwurm in Museen

Spezialisierte Analyse und Bekämpfung des Holzwurms in historischen Holzstrukturen und wertvollen Sammlungsstücken.

Splintholzkäfer Analyse

Detaillierte Untersuchung von stärkereichen Hölzern zur Vermeidung von Schäden an Parkett und Möbeln.

Systematik & Digitale Dokumentation

Monitoring dokumentiert Art, Anzahl, Fundort, Kontrollzeitraum und Maßnahmen. Wiederholte Befunde helfen, Veränderungen einzuordnen. Eine leere Falle beweist keine Schädlingsfreiheit. Die Bewertung verbindet Kontrolldaten mit Warenwegen, Gebäudezustand und den gefährdeten Materialien.

Normen & Partnerschaft

In enger Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen vor Ort binden wir aktuelle Normen und fachliche Leitfäden in das Pest Management ein. Dieser methodische Rahmen ermöglicht ein objektadäquates Handeln ohne pauschale Garantieversprechen, stets orientiert an der individuellen Befallssituation.

Befund fachlich prüfen lassen

PGS ordnet vorhandene Fotos, Proben und Dokumentationen aus Betrieben und Sammlungen fachlich ein und empfiehlt auf dieser Basis die nächsten systemischen Schritte. Bitte beachten Sie, dass eine abschließende Bewertung erst nach einer individuellen Befallsanalyse vor Ort erfolgen kann.

Ihre Anfrage an PGS

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Artenfotos zur Orientierung

Gemeiner Nagekäfer (Anobium punctatum), erwachsener Käfer in Aufsicht

Gemeiner Nagekäfer (Anobium punctatum).

Foto: Siga, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0.

Braune Splintholzkäfer (Lyctus brunneus) mit Fraßspuren im Holz, Museumsexponat

Brauner Splintholzkäfer (Lyctus brunneus).

Foto: Malte Jörn Krafft; Bearbeitung: Hic et nunc, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0.

Kornkäfer (Sitophilus granarius) mit charakteristischem Rüssel

Kornkäfer (Sitophilus granarius).

Foto: Francisco Welter-Schultes, Wikimedia Commons, CC0 1.0.

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